Es ist leicht, den Tod als etwas zu sehen, das in ferner Zukunft liegt.
Wir betrachten das Sterben als ein Ereignis, das uns widerfährt. Es ist stationär – egal an welchem Datum es passieren wird – und wir bewegen uns langsam oder schnell darauf zu, abhängig von unserem Alter und unserer Gesundheit.
Im Stoizismus fand man, dass dies der falsche Weg war, darüber nachzudenken. Stattdessen behaupteten die Anhänger, dass der Tod ein Prozess sei – den du gerade jetzt erlebst.
Wir sterben jeden Tag. Auch wenn du diesen Text liest vergeht Zeit, die du nie zurückbekommen wirst. Diese Zeit gehört dem Tod.
Mächtig, oder? Der Tod liegt nicht in der Ferne. Sondern vielmehr in jedem Moment bei uns. Der Sekundenzeiger auf der Uhr. Die untergehende Sonne. Während sich der Zeitpfeil bewegt, folgt der Tod und beansprucht jeden Moment, der vergangen ist.
Die Antwort ist „leben“. Lebe, solange du kannst. Schieb nichts auf. Lass nichts unvollendet. Ergreif es, solange es noch dir gehört.
Memento mori!